Die Darmspiegelung als Früherkennungsmethode

Die zurzeit übliche und einzige Methode der Früherkennung einer möglichen Darmkrebserkrankung ist die Darmspiegelung, auch Screening oder ‚große Hafenrundfahrt‘ genannt.

In neueren Untersuchungen wird aber die regelmäßige Einnahme von Aspirin oder anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmer in Verbindung gebracht und als eine Möglichkeit einer neuen Art der Vorbeugung gegen Krebserkrankungen des Dickdarms gesehen, insbesondere dann, wenn es sich um Fehlentwicklungen im Frühstadium handelt.

Polypen als mögliches Frühstadium


Allgemein bekannt sind die Polypen im Darm des Menschen, die zu Beginn ihrer Entwicklung weder Schmerzen noch Störungen verursachen. Schreitet die Entwicklung jedoch fort, und sind es Gewebestrukturen des Drüsengewebes der Darmschleimhaut, werden sie zu sogenannten Ademone. Hiermit steigt das Risiko einer fehlerhaften Zellentwicklung. Aus Ademonen werden Karzinome, also Krebsgeschwüre. Etwa 60 Prozent der Darmkrebserkrankungen entwickeln sich über den Adenom-Karzinom-Weg.
Die Kenntnisse darüber, welche Faktoren und Prozesse diese Entwicklung verursachen oder begünstigen, sind gegenwärtig noch sehr begrenzt. Dies ist umso bedauerlicher angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Neuerkrankungen an Darmkrebs und die steigende Sterblichkeitsrate stetig steigt.

Die mögliche Wirkung von Aspirin


Eine regelmäßige Einnahme von Aspirin, zwei Mal pro Woche, senkt das Krebsrisiko, so das Ergebnis einer Studie, die entsprechende Untersuchungen aus einem Zeitraum von 30 Jahren umfasst.
Patienten, die regelmäßig Aspirin oder nichtsteroidale Entzündungshemmer konsumierten, entwickelten weniger Adenome im Frühstadium als bei solchen Patienten, die die genannten Mittel nicht einnahmen. Das Risiko konnte um 15% gesenkt werden. Deutlicher ist der Erfolg aber bei fortgeschrittenen Adenomen, wo das Risiko um fast 35% gesenkt werden konnte.




Kein Verzicht auf Darmspiegelung

Die Studie zeigt, dass auf die Entwicklung von Vorstufen von Darmkrebs im Anfangsstadium medikamentös Einfluss genommen werden kann. So sollte man auch über die Möglichkeit einer gezielten und präzisen Chemotherapie nachdenken.
Erster Schritt zum Erfolg wäre allerdings nach wie vor eine regelmäßige Darmspiegelung, ein Screening, ab dem 40. Lebensjahr.

Adaptiert von:
(Quelle: Aspirin Tied do Lower Risk for Early Colorectal Cancer – Medscape – June 01, 2023)