Psycho Med News

Mit Beiträgen von Walter Lenz

Work-Life-Balance zum Zweiten

In Lokalteil einer überregionalen Tageszeitung ist ein Artikel mit folgender Überschrift erschienen: ‚Ein Mann, zwei Jobs und große Pläne.‘ Ein Siebenundzwanzigjähriger beginnt frühmorgens seinen ‚Erstjob‘ nach einer Anreise von ca. 35 Kilometern. Am Nachmittag, nach erneuten 35 Kilometern, tritt er seinen ‚Zweitjob‘ an. Erst um 22 Uhr beendet er seinen Arbeitstag.

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Work-Life-Balance – Pro und Contra

Hindernis für gesellschaftliches und ökonomisches Wachstum

Die Forderung nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance wird von einigen Kritikern als Bedrohung für das wirtschaftliche Wachstum und den gesellschaftlichen Fortschritt angesehen.

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Vom Teufelchen zum Engelchen?

Eine Einzeldosis LSD-basierten Medikaments zeigt schnelle und langanhaltende Wirkung bei Angststörung

https://de.wikipedia.org/wiki/LSD#/media/Datei:Furthur_02.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/LSD#/media/Datei:Furthur_02.jpg

Ein neues, auf LSD basierendes Medikament namens MM120, entwickelt von Mind Medicine Inc. (MindMed), hat in einer klinischen Studie vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von generalisierter Angststörung (Generalized Anxiety Disorder = GAD) gezeigt. Eine einzige orale Dosis führte bei 65% der Patienten zu einer signifikanten Reduktion der Angstsymptome, wobei 48% eine vollständige Remission erreichten. Diese Verbesserungen traten schnell ein und hielten mindestens 12 Wochen an.

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CUD – Cannabis – Konsum – Störung

Wer früh viel kifft, erhöht sein Risiko für Entwicklungsstörungen

Viele Menschen halten den Konsum von Cannabis für unproblematisch, aber die Droge kann gesundheitliche Schäden verursachen. Besonders Jugendliche sind gefährdet, da früher und häufiger Konsum das Risiko für Entwicklungsstörungen erhöht.

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Musik in der psychotherapeutischen Praxis

Bedeutung der Musiktherapie

Musiktherapie ist eine Form der therapeutischen Intervention, die die verschiedenen Elemente der Musik wie Rhythmus, Melodie und Harmonie einsetzt, um emotionale, kognitive, physische und soziale Bedürfnisse von Menschen anzusprechen und zu beeinflussen. Die Annahme dabei ist, dass Musik eine Art universelle Sprache ist, die eine tiefe Verbindung zu Gefühlen und Erfahrungen eines Menschen herstellt.

Bild von Vanesa auf Pixabay
Bild von Vanesa auf Pixabay

Somit ist es auch klar, dass die Art der Musik dem individuellen geografischen, kulturellen und soziohistorischen Hintergrund des Klienten entsprechen muss. Rhythmen, Harmonien und Melodien arabischer oder asiatischer Musikstücke üben einen anderen Einfluss auf die Hörgewohnheiten eines Europäers aus als auf einen jeweils indigenen Hörer.

Theorie der Musiktherapie

Die theoretischen Grundlagen der Musiktherapie basieren auf verschiedenen Ansätzen, zum Beispiel den psychodynamischen, humanistischen, verhaltensorientierten und kognitiven Modellen. Gemeinsame Annahme aller ist die Idee und die Erfahrung, dass Musik eine kraftvoll-wirksame Form der nonverbalen Kommunikation sein und tiefgreifende emotionale Reaktionen hervorrufen kann.

Bild von Anne auf Pixabay
Bild von Anne auf Pixabay

In einem geschützten und unterstützenden Setting kann dem Klienten geholfen werden, seine Gefühle in unterschiedlichen Formen auszudrücken, dabei unbewusste Konflikte zu entdecken und Wege der Be- und Verarbeitung in Anleitung und Begleitung des Therapeuten zu finden.

Formen der Musiktherapie

Es gibt zwei grundlegende Formen der Musiktherapie, die rezeptive und die aktive. Die rezeptive Form beinhaltet das Hören von Musik.

Bild von Thomas Budach auf Pixabay
Bild von Thomas Budach auf Pixabay

Während die aktive Form die praktische Teilnahme des Klienten am Musizieren selbst fordert und fördert, oder abgeleitete Formen wie Tanzen, Singen oder eine selbstgewählte Form der Improvisation seitens des Klienten erlaubt. Die Wahl hängt jeweils von den Bedürfnissen des Klienten und den Zielen der Therapie ab.

Indikationen und Kontraindikationen

Musiktherapie kann in einer Vielzahl an Möglichkeiten eingesetzt werden, darunter bei der Rehabilitation allgemein, neurologischen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen oder Suchtbehandlungen. Angesagte Indikationen sind unter anderem Angststörungen, Depressionen, Demenz, Schmerzmanagement oder posttraumatische Belastungsstörungen.

Musiktherapie
Musiktherapie

Kontraindikationen sind schwere psychische Störungen zum Beispiel aus dem schizophrenen Formenkreis oder auch einer Traumastörung. Eine vorherige gründliche Abklärung ist absolut notwendig, damit die Therapie dem Klienten auch zugutekommen kann.

Grundsätze der praktischen Durchführung

Musiktherapie kann sowohl in Einzel- als auch im Rahmen von Gruppensitzungen durchgeführt werden. Da es sich in der Regel um Kombinationen aus musikalischen Aktivitäten, Reflexionen und gesprächstherapeutischen Elementen handelt, muss der Musiktherapeut entsprechend qualifiziert sein, da er die Musikstücke und Aktivitäten auswählt, die den Bedürfnissen des Klienten und den Zielen der Therapie entsprechen, aber auch der jeweiligen Situation anzupassen sind.

Zielsetzungen der unterschiedlichen Formen der Musiktherapie

Form und Setting der Therapie sind den unterschiedlichen Zielsetzungen anzupassen.

Ziele im Bereich der psychischen Gesundheit können zum Beispiel Verbesserungen der Emotionsregulation sein, die Förderung von Selbstbewusstsein, Steigerung des Selbstwertgefühls oder auch die Bewältigung von Traumata. Betroffene nehmen quasi die Selbstkontrolle wieder in die eigene Hand.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Neurologisch gesehen, können die Verbesserung oder Wiederherstellung motorischer Fähigkeiten oder die Steigerung der kognitiven Funktionen Ziele sein.
Sogar im Rahmen einer palliativen Therapie können die Linderung von Schmerzen, Förderung von Trost und Verbesserung von Lebensqualität durch Linderung von Symptomen sein.

Durch Integration und Kombination von Musik in therapeutischen Interventionen können wichtige und tiefgreifende Veränderungen und Verbesserungen im emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich erzielt werden. Je sorgfältiger auf den Klienten zugeschnitten die therapeutischen Interventionen geplant, vorbereitet und umgesetzt werden, desto besser werden die Ziele erreicht, bzw. bestmögliche Ergebnisse erzielt.

Beispiele und deren theoretischen Hintergründe

Improvisation zur emotionalen Regulation

Psychodynamische Theorie: sie legt den Fokus auf unbewusste Prozesse und die Bearbeitung emotionaler Konflikte.

Musiktheoretischer Hintergrund: die Improvisation ermöglicht den spontanen Ausdruck von Gefühlen, ohne auf den sprachlichen Ausdruck achten zu müssen. Tonhöhen, Dynamik, Rhythmus und Lautstärke können Emotionen repräsentieren und symbolisch verarbeitet werden.

Bild von Oberholster Venita auf Pixabay
Bild von Oberholster Venita auf Pixabay

Zielsetzung: Ziel ist, dem Klienten zu helfen, sich seinen Gefühlen hinzugeben, sich auf sie zu konzentrieren, ihnen Ausdruck zu verleihen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um Möglichkeiten zur Selbstregulierung zu finden.

Durchführung: gemeinsames Musizieren vom Therapeuten und Klienten mit verschiedenen Instrumenten. Der Therapeut lenkt im Gespräch die Reflexion des Prozesses. Er fordert und fördert den Klienten beim Erkunden seiner Emotionen und gibt ihm im geschützten therapeutischen Raum die notwendige Sicherheit.

Die Verarbeitung des Urschmerzes

"Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst"
„Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst“

In seinem Buch „Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst, nähert sich John Bradshaw dem ‚inneren Kind‘ von der tiefenpsychologischen und der psychoanalytischen Seite.

Er zitiert im Eingang zum 3. Kapitel den Individualpsychologen und Freud-Schüler Carl Gustav Jung, der die Neurose als einen Ersatz für das eigentliche Leiden sah.

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‚Forever Young‘ und die Angst vor Sterben und Tod

Das Nachdenken über die menschliche Existenz ist von einer Dualität geprägt, die sich oft in einer Spannung zwischen gegensätzlichen Polen manifestiert. Die beiden Pole sind das Streben nach Jugendlichkeit und Unsterblichkeit auf der einen Seite und die existenzielle Angst vor dem Altern, dem Sterben und dem Tod auf der anderen Seite.

Foto von Lola Russian
Foto von Lola Russian
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