Wer früh viel kifft, erhöht sein Risiko für Entwicklungsstörungen

Viele Menschen halten den Konsum von Cannabis für unproblematisch, aber die Droge kann gesundheitliche Schäden verursachen. Besonders Jugendliche sind gefährdet, da früher und häufiger Konsum das Risiko für Entwicklungsstörungen erhöht.

Bild von Satheesh Sankaran auf Pixabay
Bild von Satheesh Sankaran auf Pixabay

Kurzfristige Risiken

Auch bei gelegentlichem Konsum kann Cannabis unterschiedliche Wirkungen haben. Es kann entspannend wirken, aber auch negative Effekte wie Angst, Orientierungslosigkeit, verminderte Reaktionsfähigkeit, Erinnerungslücken, übertriebene Empfindlichkeit, depressive Verstimmungen, Herzrasen, Übelkeit, Schwindel und Halluzinationen auslösen. Diese akuten Nebenwirkungen verschwinden in der Regel nach einigen Stunden oder Tagen.

Alles andere als harmlos: Chronischer Konsum

Wenn Cannabis regelmäßig über einen längeren Zeitraum in höheren Dosen konsumiert wird, ist die Gesundheit gefährdet. Die langfristigen Risiken liegen im psychischen Bereich in der Entwicklung von Angststörungen, Depressionen, bipolaren Störungen und Psychosen, insbesondere dann, wenn die Konsumenten jung und psychisch vorbelastet sind.

Im organischen Bereich können die Atemwege geschädigt werden und zu chronischer Bronchitis und zu zur chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) führen. Dies sind oft bleibende Schäden. Im schlimmsten Fall kann bei entsprechend genetischer Disposition auch das Risiko eines Lungenkrebses signifikant erhöht sein.

The Worst Case: Angriff auf das junge   Gehirn

Eine aktuelle Studie warnt: Wenn Jugendliche kiffen, setzen sie sich besonderen Risiken aus. Im Gegensatz zu Erwachsenen ist die Hirnentwicklung bei jungen Menschen noch nicht endgültig abgeschlossen. Wird das Gehirn regelmäßig mit THC geflutet, kann dies die Reifeprozesse und damit verbunden die Persönlichkeitsentwicklung stören.

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Quelle: https://medizin-heute.net-die-langzeitwirkungen-von-marihuana-auf-das-gehirn

Deutlich sind die Schädigungen in den rot umrandeten Gebieten. Sie gelten als irreparabel und können mit psychischen Beeinträchtigungen einhergehen.

Allerdings scheinen nicht alle Jugendlichen, die Cannabis konsumieren, in gleicher Weise gefährdet. Neben der Konsumform spielen weitere Faktoren eine Rolle. Ob es unter Cannabis zu Entwicklungsstörungen kommt, hängt beispielsweise auch von der eigenen genetischen Veranlagung ab.

Der gefährliche Sonderfall: Synthetische Cannabinoide

Ziel der Synthetisierung von Cannabinoiden ist die Steigerung der Wirkung der Droge, so wie es beim traditionellen Hanfanbau die Züchtung von Sorten ist, deren Anteil an THC gesteigert werden soll.

Synthetische Cannabinoide
Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind künstlich hergestellte Substanzen, die ähnlich wirken wie pflanzliches Cannabis. Da jedes Produkt unterschiedlich konzentriert sein kann, ist die tatsächliche Wirkkraft von synthetischen Cannabinoiden unvorhersehbar. Oft ist nicht klar, welche Inhaltsstoffe in den einzelnen Produkten stecken. Wenn man synthetische Cannabinoide einnimmt, riskiert man Herzrasen, Unruhe, Halluzinationen und weitere Nebenwirkungen.

In Einzelfällen können schwere klinische Symptome wie Nierenversagen, Infarkte oder Psychosen auftreten. In Deutschland ist der Umgang mit synthetischen Cannabinoiden grundätzlich illegal. Quellen: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/sucht/probleme-2015710?tkcm=aaus

High-Potency Cannabis Tied to Impaired Brain Development, Psychosis, CUD – Medscape  – May 13, 2024