Astrologie und Horoskope gehören zu den ältesten kulturellen Praktiken der Menschheit. Seit Menschen zum Himmel blickten, suchten sie dort nicht nur Orientierung im Raum und in der Zeit, sondern auch Sinn, Trost und Ordnung. In einer Welt, die als unüberschaubar, bedrohlich oder zufällig erlebt wurde, boten Sterne und Konstellationen eine stille Verlässlichkeit. Noch heute entfalten Horoskope eine eigentümliche Anziehungskraft, gerade in Zeiten individueller und gesellschaftlicher Verunsicherung. Sie sprechen leise, persönlich, scheinbar wohlwollend. Sie versprechen kein hartes Gesetz, sondern ein Angebot: ein Deutungsrahmen, der Halt gibt, ohne zu zwingen. Genau darin liegt ihre psychologische Wirksamkeit, aber auch ihr Risiko. Astrologie bewegt sich im Grenzraum zwischen Sinnstiftung und Selbsttäuschung, zwischen Selbstermutigung und subtiler Fremdsteuerung.
Continue Reading Astrologie und Horoskope: sie können helfen – sie können schadenKategorie: Allgemein (Seite 1 von 29)
Ein praxisnaher Zugang zu energetischer Psychologie und Achtsamkeit
Manche Menschen kommen nicht mit einem klar umrissenen Problem in die Therapie, sondern mit einem diffusen Gefühl: etwas stimmt nicht mehr. Der Körper ist angespannt, der Kopf übervoll, die Emotionen schwer greifbar. Nach außen funktioniert vieles, nach innen fühlt es sich brüchig an. Gerade in solchen Situationen stoßen rein kognitive Erklärungen schnell an ihre Grenzen. Es braucht einen Raum, in dem nicht sofort verstanden, gelöst oder bewertet werden muss, sondern zunächst wahrgenommen werden darf, was ist. Integrierte Therapieansätze, die Körper, Aufmerksamkeit und Beziehung gleichermaßen einbeziehen, setzen genau hier an.
Continue Reading Integrierte Therapie zwischen Körper, Aufmerksamkeit und BeziehungTheorie und Praxis im Überblick nach Carl Rogers (1902-1987)
Manche Gespräche verändern nichts – andere verändern alles. Nicht, weil darin kluge Ratschläge gegeben oder Probleme „gelöst“ werden, sondern weil sich im Sprechen etwas verschiebt: ein innerer Ton, ein bislang ungehörtes Gefühl, eine neue Beziehung zu sich selbst. Die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers setzt genau hier an. Sie versteht das therapeutische Gespräch nicht als Technik zur Korrektur, sondern als Raum, in dem Entwicklung möglich wird. Entwicklung allerdings nicht beliebig, sondern in erkennbaren Schritten. Wer genau hinsieht, kann beobachten, wie Menschen sich im Gespräch langsam von äußeren Beschreibungen lösen und den Mut entwickeln, sich selbst zu begegnen. Die sieben Stufen der Gesprächspsychotherapie beschreiben diesen Weg.
Continue Reading Die sieben Stufen der GesprächspsychotherapieViele Menschen suchen psychotherapeutische Hilfe in der Hoffnung, ihre Probleme endlich „zu verstehen“. Sie erwarten Erklärungen, Ursachen, vielleicht sogar Schuldige – in sich selbst oder in anderen. Doch was, wenn Verstehen allein nicht hilft? Was, wenn das ständige Kreisen um das Problem es sogar verfestigt? Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie setzt genau hier an und schlägt einen Perspektivwechsel vor: weg vom Problem, hin zur Lösung. Nicht, weil Probleme unwichtig wären, sondern weil Menschen mehr sind als ihre Symptome – und weil Veränderung oft dort beginnt, wo der Blick sich weitet.
Continue Reading Lösungsorientierte KurzzeittherapieAcht Fragen, die Nähe, Verständnis und Vertrauen fördern
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit einem Partner oder einer Partnerin am Tisch, vielleicht bei einer Tasse Tee, und fühlen gleichzeitig eine leichte Distanz. Sie leben zusammen, kennen sich seit Jahren – und doch fragen Sie sich manchmal: „Weiß ich wirklich, was in meinem Partner vorgeht?“ Beziehungen leben von Nähe, aber Nähe allein genügt nicht. Die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, kann helfen, diese Distanz zu überbrücken, Missverständnisse zu vermeiden und die Partnerschaft lebendig zu halten.
Continue Reading Die Kunst der richtigen Fragen in BeziehungenEs ist ein kalter Herbstmorgen. Nebel liegt über dem Friedhof, und das erste Laub fällt von den Bäumen. Ein alter Mann steht vor einem Grabstein, die Hände tief in den Taschen vergraben. Er denkt an die Jahre zurück, an das Leben, das so schnell vorbeigezogen ist. In diesem Moment – zwischen Erinnerung und Vergänglichkeit – wird spürbar, was der Tod eigentlich ist: nicht nur ein Ende, sondern ein Spiegel. Er zeigt uns, wer wir waren, wer wir sind und wer wir noch sein könnten. Er fragt uns: Was zählt wirklich? Wofür hast du gelebt? Und wofür wirst du noch leben, solange dir Zeit bleibt?
Continue Reading Denken wir an unseren Tod, schauen wir in den Spiegel unseres LebensEs beginnt oft nicht laut. Keine großen Streits, keine Türen, die knallen. Eher ein leises Gefühl von Irritation, ein inneres Stirnrunzeln: ‚Warum merkt er das nicht?‘ ‚Warum fragt sie nicht?‘ In vielen Partnerschaften liegt eine feine Spannung in der Luft, schwer greifbar, aber dauerhaft spürbar. Man lebt nebeneinander, teilt Alltag, Termine, vielleicht sogar Humor – und doch entsteht mit der Zeit ein Gefühl von innerer Distanz. Diese Distanz ist selten das Ergebnis eines einzelnen Ereignisses. Häufig speist sie sich aus etwas viel Unspektakulärerem: Erwartungen, die nie ausgesprochen wurden und dennoch als Maßstab wirken.
Continue Reading Unausgesprochene Erwartungen als Ursache von Missverständnissen, Konflikten und psychischem Schmerz in der PartnerschaftIm Dezember verändern sich äußere Bedingungen wie Licht, Temperatur und Tageslänge spürbar. Diese Faktoren beeinflussen auch die Stimmungslage vieler Menschen: Der Alltag wird ruhiger, soziale Aktivitäten verlagern sich nach innen, und die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse wird stärker. Das Weihnachtsfest fungiert in dieser Phase als kulturell überliefertes Bezugssystem. Es bündelt familiäre Traditionen, persönliche Erinnerungen und gesellschaftliche Erwartungen. Dadurch entsteht ein Rahmen, in dem Menschen ihre Lebenssituation bilanzieren und Beziehungen bewusst reflektieren. In dieser Verbindung aus äußeren Jahreszeiteneinflüssen und inneren psychischen Prozessen gewinnt Weihnachten seine Bedeutung. Es wird nicht nur als gesellschaftliches Ereignis erlebt, sondern auch als Anlass, sich mit der eigenen Biografie und aktuellen Lebenslage auseinanderzusetzen.
Continue Reading Weihnachten verstehen: Wenn ein Fest zur inneren Reise wirdEs gibt Orte, die uns den Atem rauben, nicht weil sie schön sind, sondern weil sie uns das Vergessen vor Augen führen. Verlassene Fabriken, überwucherte Bahnhöfe, leerstehende Wohnblocks – sie wirken wie eingefrorene Zeitkapseln, in denen das Leben verstummt ist. Wer durch solche „Lost Places“ streift, spürt die Mischung aus Melancholie und Faszination, aus Schönheit des Zerfalls und Schmerz des Verlustes. Doch diese Orte sind mehr als Kulissen: Sie sind Spiegelbilder für das, was auch im Inneren eines Menschen geschehen kann, wenn Pflege, Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit verschwinden. Beide tragen eine merkwürdige Art von Stille in sich, als hätten ihre Mauern das Atmen, die Menschen das Leben verlernt. Sie blicken ins Leere, doch wer genau hinschaut, erkennt, dass sie uns nicht nur an Vergangenes erinnern – sie zeigen, was geschieht, wenn Pflege versiegt und Zugehörigkeit zerbricht. Der Verfall eines Gebäudes, das langsam seine Farbe verliert und seine Struktur aufgibt, erzählt eine Geschichte, die wir aus unserem Inneren nur allzu gut kennen. Es kann ebenso die Geschichte eines Menschen, der sich von der Welt abkoppelt, nicht aus Trotz, sondern aus Erschöpfung, aus dem Gefühl heraus, keinen Platz mehr zu haben, den jemand vermissen würde.
Continue Reading Lost Places – Lost SelfManchmal beginnt alles mit dem Gefühl, dass ein Raum zu klein geworden ist. Die Luft scheint dicker, nicht feindselig, aber abgestanden, als wäre sie schon zu oft geatmet worden. Menschen leben oft jahrelang in solchen Räumen, äußerlich weit, innerlich eng. Man arrangiert sich, man spricht nicht über das Unaussprechliche, man toleriert die Reibung zwischen innerem Druck und äußerem Frieden.
Continue Reading Grenzgänger und Tabubrecher