Psycho Med News

Mit Beiträgen von Walter Lenz

Brandbrief: Wacht auf, bevor es zu spät ist!

Wir leben in einer Zeit der großen Selbsttäuschung. Während wir uns in Deutschland und Europa in wohlklingenden Phrasen von Inklusion, Chancengleichheit und Work-Life-Balance wiegen, überholen uns andere Nationen mit einer Geschwindigkeit, die wir selbstgefällig längst nicht mehr wahrnehmen wollen. Mittelmäßigkeit wird als Tugend verkauft, Anstrengung als Zumutung gebrandmarkt und Exzellenz als elitärer Anachronismus diskreditiert.

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Exzellenz als gesellschaftliche Notwendigkeit

Betrachtung über Wettbewerb, Bildung und die Zukunft kollektiver Handlungsfähigkeit                                                   

In einer Zeit, in der der Begriff der „Leistungsgesellschaft“ zum Schimpfwort geworden ist und das Streben nach Exzellenz nicht selten als Relikt einer überwundenen Epoche gilt, vollzieht sich ein stiller, kaum bemerkter Wandel in den Fundamenten unserer kollektiven Selbstwahrnehmung. Wir haben gelernt, Komfort mit Kompetenz zu verwechseln, Anspruchslosigkeit mit Achtsamkeit gleichzusetzen und das Mittelmäßige nicht nur zu akzeptieren, sondern zu zelebrieren.    

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Ist eine Gesellschaft ohne Religion eine gottlose Gesellschaft – Kurzfassung

Was verlieren wir, wenn Religion verschwindet?

Baruch de Spinoza
Baruch de Spinoza

In vielen europäischen Städten sind die Kirchen heute fast leer. Feiertage sind oft nur noch freie Tage, religiöse Rituale verlieren ihre Bedeutung. Gleichzeitig suchen viele Menschen trotzdem nach Sinn und Orientierung. Das wirft eine wichtige Frage auf: Was geht verloren, wenn Religion verschwindet – auch für Menschen, die gar nicht an Gott glauben?

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Ist eine Gesellschaft ohne Religion eine gottlose Gesellschaft

Was verlieren wir, wenn Religion verschwindet?

Baruch de Spinoza
Baruch de Spinoza

In einer Zeit, in der die großen Kirchengebäude Europas zunehmend leerer werden, während gleichzeitig neue Formen von Sinnsuche und spiritueller Orientierung aufblühen, gewinnt eine scheinbar paradoxe Frage an Dringlichkeit: Was verlieren wir, wenn wir die Religion verlieren, selbst wenn wir nicht an Gott glauben? Diese Frage ist nicht abstrakt oder nur von akademischem Interesse, sie berührt den Kern dessen, was Gesellschaften zusammenhält und was dem individuellen Leben Richtung gibt. Wenn an einem Sonntagmorgen die Kirchenglocken in einer deutschen Kleinstadt läuten und kaum noch jemand ihrem Ruf folgt, wenn die Konfirmation zum bloßen Übergangsritual ohne spirituellen Gehalt wird, wenn religiöse Feiertage nur noch als willkommene Unterbrechung der Arbeitswoche wahrgenommen werden, dann vollzieht sich ein fundamentaler Wandel, dessen Konsequenzen wir erst allmählich zu begreifen beginnen.

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Das Gleichheitsprinzip frisst seine Kinder

Warum wachsende Sozialausgaben Gesellschaften nicht retten, sondern ruinieren

Es gibt Begriffe, die klingen wie moralische Beruhigungsmittel. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gehören dazu. Man spricht sie aus, und schon scheint die Welt ein wenig ordentlicher, gerechter, wärmer. Doch je öfter sie beschworen werden, desto deutlicher wird ein paradoxes Gefühl: Irgendetwas stimmt nicht. Die Gesellschaften, die sich am lautesten auf diese Ideale berufen, wirken nicht freier, nicht brüderlicher, nicht harmonischer. Im Gegenteil: Sie erscheinen verkrampft, konfliktreich, überfordert, innerlich erschöpft. Die Gleichheit, einst gedacht als Schutz vor Willkür und Privileg, hat sich in vielen Bereichen von einem Rechtsprinzip zu einer anthropologischen Behauptung verwandelt – und genau hier beginnt das Problem. Was als Emanzipation begann, endet als Zwangsjacke. Was Freiheit versprechen sollte, produziert Unmündigkeit. Und was Gerechtigkeit schaffen wollte, erzeugt eine Maschinerie permanenter Unzufriedenheit.

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„Im Schlamm“ –  Eine Paarbeziehung zwischen Kontrolle, Angst und dem Ende der Gewohnheit

Spätherbst in der norddeutschen Provinz. Weite, flache Landschaft, kaum Schutz, kaum Orientierungspunkte. Der Himmel hängt tief, die Dunkelheit kommt früh, der Regen kündigt sich lange an, bevor er fällt. Als sie mir später von der gemeinsamen Fahrt zu einem Geburtstag erzählten, hatte ich sofort ein Bild vor Augen: Bewegung ohne Ziel, Unterwegssein ohne wirkliche Richtung. Autofahren war in dieser Beziehung kein neutrales Tun, sondern ein Beziehungsgeschehen. Es ging um Wissen, um Kontrolle, um die Frage, wer führen darf, wenn Unsicherheit aufkommt. Schon beim ersten Hören war mir klar, dass diese äußere Szenerie mehr war als Hintergrund. Sie spiegelte eine Beziehung, die sich seit Jahren bewegte, ohne wirklich voranzukommen.

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Wenn Schutz zur Selbstvergessenheit wird

Es fühlt sich an, als liefe im Hintergrund etwas Dauerndes mit. Kein richtiger Schmerz, eher ein inneres Ziehen. Der Körper ist angespannt, ohne dass es einen klaren Anlass gäbe. Gedanken verlieren ihre Konturen, Gefühle kommen verzögert oder überwältigend. Worte von außen treffen härter als früher, Blicke scheinen länger zu haften. Und während man nach außen noch reagiert, funktioniert, organisiert, beginnt innen etwas zu verschwimmen.

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Über das Staunen – Eine Anleitung zum Wiederfinden der Verwunderung

„Erkläre mir, Graf Oerindur, dieses Wunder der Natur“ °

So beginnt Staunen oft: mit einer scheinbar harmlosen Frage. Eine Quelle sprudelt aus dem Boden, und obwohl wir alle gelernt haben, was Grundwasser ist und warum es regnet, bleibt dieser Moment merkwürdig unauflösbar. Etwas tritt hervor, ohne sichtbar erzeugt zu werden. Das Wasser kommt einfach. Genau hier sitzt der Ursprung des Staunens: im Widerstand zwischen Erklärung und Erleben. Man weiß etwas – und ist dennoch überwältigt.

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Astrologie und Horoskope: sie können helfen – sie können schaden

Astrologie und Horoskope gehören zu den ältesten kulturellen Praktiken der Menschheit. Seit Menschen zum Himmel blickten, suchten sie dort nicht nur Orientierung im Raum und in der Zeit, sondern auch Sinn, Trost und Ordnung. In einer Welt, die als unüberschaubar, bedrohlich oder zufällig erlebt wurde, boten Sterne und Konstellationen eine stille Verlässlichkeit. Noch heute entfalten Horoskope eine eigentümliche Anziehungskraft, gerade in Zeiten individueller und gesellschaftlicher Verunsicherung. Sie sprechen leise, persönlich, scheinbar wohlwollend. Sie versprechen kein hartes Gesetz, sondern ein Angebot: ein Deutungsrahmen, der Halt gibt, ohne zu zwingen. Genau darin liegt ihre psychologische Wirksamkeit, aber auch ihr Risiko. Astrologie bewegt sich im Grenzraum zwischen Sinnstiftung und Selbsttäuschung, zwischen Selbstermutigung und subtiler Fremdsteuerung.

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