Mit Beiträgen von Walter Lenz

Autor: admin (Seite 1 von 29)

Das Gleichheitsprinzip frisst seine Kinder

Warum wachsende Sozialausgaben Gesellschaften nicht retten, sondern ruinieren

Es gibt Begriffe, die klingen wie moralische Beruhigungsmittel. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gehören dazu. Man spricht sie aus, und schon scheint die Welt ein wenig ordentlicher, gerechter, wärmer. Doch je öfter sie beschworen werden, desto deutlicher wird ein paradoxes Gefühl: Irgendetwas stimmt nicht. Die Gesellschaften, die sich am lautesten auf diese Ideale berufen, wirken nicht freier, nicht brüderlicher, nicht harmonischer. Im Gegenteil: Sie erscheinen verkrampft, konfliktreich, überfordert, innerlich erschöpft. Die Gleichheit, einst gedacht als Schutz vor Willkür und Privileg, hat sich in vielen Bereichen von einem Rechtsprinzip zu einer anthropologischen Behauptung verwandelt – und genau hier beginnt das Problem. Was als Emanzipation begann, endet als Zwangsjacke. Was Freiheit versprechen sollte, produziert Unmündigkeit. Und was Gerechtigkeit schaffen wollte, erzeugt eine Maschinerie permanenter Unzufriedenheit.

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„Im Schlamm“ –  Eine Paarbeziehung zwischen Kontrolle, Angst und dem Ende der Gewohnheit

Spätherbst in der norddeutschen Provinz. Weite, flache Landschaft, kaum Schutz, kaum Orientierungspunkte. Der Himmel hängt tief, die Dunkelheit kommt früh, der Regen kündigt sich lange an, bevor er fällt. Als sie mir später von der gemeinsamen Fahrt zu einem Geburtstag erzählten, hatte ich sofort ein Bild vor Augen: Bewegung ohne Ziel, Unterwegssein ohne wirkliche Richtung. Autofahren war in dieser Beziehung kein neutrales Tun, sondern ein Beziehungsgeschehen. Es ging um Wissen, um Kontrolle, um die Frage, wer führen darf, wenn Unsicherheit aufkommt. Schon beim ersten Hören war mir klar, dass diese äußere Szenerie mehr war als Hintergrund. Sie spiegelte eine Beziehung, die sich seit Jahren bewegte, ohne wirklich voranzukommen.

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Wenn Schutz zur Selbstvergessenheit wird

Es fühlt sich an, als liefe im Hintergrund etwas Dauerndes mit. Kein richtiger Schmerz, eher ein inneres Ziehen. Der Körper ist angespannt, ohne dass es einen klaren Anlass gäbe. Gedanken verlieren ihre Konturen, Gefühle kommen verzögert oder überwältigend. Worte von außen treffen härter als früher, Blicke scheinen länger zu haften. Und während man nach außen noch reagiert, funktioniert, organisiert, beginnt innen etwas zu verschwimmen.

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Über das Staunen – Eine Anleitung zum Wiederfinden der Verwunderung

„Erkläre mir, Graf Oerindur, dieses Wunder der Natur“ °

So beginnt Staunen oft: mit einer scheinbar harmlosen Frage. Eine Quelle sprudelt aus dem Boden, und obwohl wir alle gelernt haben, was Grundwasser ist und warum es regnet, bleibt dieser Moment merkwürdig unauflösbar. Etwas tritt hervor, ohne sichtbar erzeugt zu werden. Das Wasser kommt einfach. Genau hier sitzt der Ursprung des Staunens: im Widerstand zwischen Erklärung und Erleben. Man weiß etwas – und ist dennoch überwältigt.

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Astrologie und Horoskope: sie können helfen – sie können schaden

Astrologie und Horoskope gehören zu den ältesten kulturellen Praktiken der Menschheit. Seit Menschen zum Himmel blickten, suchten sie dort nicht nur Orientierung im Raum und in der Zeit, sondern auch Sinn, Trost und Ordnung. In einer Welt, die als unüberschaubar, bedrohlich oder zufällig erlebt wurde, boten Sterne und Konstellationen eine stille Verlässlichkeit. Noch heute entfalten Horoskope eine eigentümliche Anziehungskraft, gerade in Zeiten individueller und gesellschaftlicher Verunsicherung. Sie sprechen leise, persönlich, scheinbar wohlwollend. Sie versprechen kein hartes Gesetz, sondern ein Angebot: ein Deutungsrahmen, der Halt gibt, ohne zu zwingen. Genau darin liegt ihre psychologische Wirksamkeit, aber auch ihr Risiko. Astrologie bewegt sich im Grenzraum zwischen Sinnstiftung und Selbsttäuschung, zwischen Selbstermutigung und subtiler Fremdsteuerung.

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Integrierte Therapie zwischen Körper, Aufmerksamkeit und Beziehung

Ein praxisnaher Zugang zu energetischer Psychologie und Achtsamkeit

Manche Menschen kommen nicht mit einem klar umrissenen Problem in die Therapie, sondern mit einem diffusen Gefühl: etwas stimmt nicht mehr. Der Körper ist angespannt, der Kopf übervoll, die Emotionen schwer greifbar. Nach außen funktioniert vieles, nach innen fühlt es sich brüchig an. Gerade in solchen Situationen stoßen rein kognitive Erklärungen schnell an ihre Grenzen. Es braucht einen Raum, in dem nicht sofort verstanden, gelöst oder bewertet werden muss, sondern zunächst wahrgenommen werden darf, was ist. Integrierte Therapieansätze, die Körper, Aufmerksamkeit und Beziehung gleichermaßen einbeziehen, setzen genau hier an.

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Die sieben Stufen der Gesprächspsychotherapie

Theorie und Praxis im Überblick nach Carl Rogers (1902-1987)

Manche Gespräche verändern nichts – andere verändern alles. Nicht, weil darin kluge Ratschläge gegeben oder Probleme „gelöst“ werden, sondern weil sich im Sprechen etwas verschiebt: ein innerer Ton, ein bislang ungehörtes Gefühl, eine neue Beziehung zu sich selbst. Die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers setzt genau hier an. Sie versteht das therapeutische Gespräch nicht als Technik zur Korrektur, sondern als Raum, in dem Entwicklung möglich wird. Entwicklung allerdings nicht beliebig, sondern in erkennbaren Schritten. Wer genau hinsieht, kann beobachten, wie Menschen sich im Gespräch langsam von äußeren Beschreibungen lösen und den Mut entwickeln, sich selbst zu begegnen. Die sieben Stufen der Gesprächspsychotherapie beschreiben diesen Weg.

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Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

Viele Menschen suchen psychotherapeutische Hilfe in der Hoffnung, ihre Probleme endlich „zu verstehen“. Sie erwarten Erklärungen, Ursachen, vielleicht sogar Schuldige – in sich selbst oder in anderen. Doch was, wenn Verstehen allein nicht hilft? Was, wenn das ständige Kreisen um das Problem es sogar verfestigt? Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie setzt genau hier an und schlägt einen Perspektivwechsel vor: weg vom Problem, hin zur Lösung. Nicht, weil Probleme unwichtig wären, sondern weil Menschen mehr sind als ihre Symptome – und weil Veränderung oft dort beginnt, wo der Blick sich weitet.

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Die Kunst der richtigen Fragen in Beziehungen

Acht Fragen, die Nähe, Verständnis und Vertrauen fördern

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit einem Partner oder einer Partnerin am Tisch, vielleicht bei einer Tasse Tee, und fühlen gleichzeitig eine leichte Distanz. Sie leben zusammen, kennen sich seit Jahren – und doch fragen Sie sich manchmal: „Weiß ich wirklich, was in meinem Partner vorgeht?“ Beziehungen leben von Nähe, aber Nähe allein genügt nicht. Die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, kann helfen, diese Distanz zu überbrücken, Missverständnisse zu vermeiden und die Partnerschaft lebendig zu halten.

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