Warum wachsende Sozialausgaben Gesellschaften nicht retten, sondern ruinieren
Es gibt Begriffe, die klingen wie moralische Beruhigungsmittel. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gehören dazu. Man spricht sie aus, und schon scheint die Welt ein wenig ordentlicher, gerechter, wärmer. Doch je öfter sie beschworen werden, desto deutlicher wird ein paradoxes Gefühl: Irgendetwas stimmt nicht. Die Gesellschaften, die sich am lautesten auf diese Ideale berufen, wirken nicht freier, nicht brüderlicher, nicht harmonischer. Im Gegenteil: Sie erscheinen verkrampft, konfliktreich, überfordert, innerlich erschöpft. Die Gleichheit, einst gedacht als Schutz vor Willkür und Privileg, hat sich in vielen Bereichen von einem Rechtsprinzip zu einer anthropologischen Behauptung verwandelt – und genau hier beginnt das Problem. Was als Emanzipation begann, endet als Zwangsjacke. Was Freiheit versprechen sollte, produziert Unmündigkeit. Und was Gerechtigkeit schaffen wollte, erzeugt eine Maschinerie permanenter Unzufriedenheit.
Continue Reading Das Gleichheitsprinzip frisst seine Kinder